Bericht Celler Kurier vom 10.01.2018, Seite 3:

Ju-Jutsu-Wettkampfgruppe wird von Jahr zu Jahr erfolgreicher

Seit 2009 gibt es bei der Ju-Jutsu-Sparte des VfL Westercelle eine Wettkampfgruppe. Die beiden Trainer Alexej Volf und Karsten Sell sprachen mit dem Celler Kurier über die Entwicklung dieses Teams.

„Weil der Breitensport langweilig war, wollten wir mal etwas anderes ausprobieren“, erläutert Volf. „So kamen wir auf die Idee ein Wettkampfteam zu gründen.“ Unter anderem wurde der Leistungsstützpunkt in Hannover besucht, um sich zu informieren. „Unser erstes Turnier war dann 2010 das X-Mas Turnier in Oldenburg“, ergänzt Sell, der zusammen mit Volf daran teilnahm. Danach kamen dann weitere Sportler zu dieser Gruppe hinzu.
Die Erfahrungen aus den Turnieren hätten gezeigt, dass mit normalem Training dem nicht beizukommen sei, erläutert Sell. Er kennt es vom Karate, dass dort auch spezielle Gruppe aufgestellt wurden, die dann fünf bis sechs Mal in der Woche trainieren. Für einen Wettkampf brauche man spezielle Sachen und mehr als nur zwei Mal Training in der Woche, wie beim Breitensport. „Das Grundlagentraining ist das A und O bei der Sache. Und das musste man forcieren“, erklärt er. Deshalb habe man sich bei den Wettkämpfen, wie zum Beispiel dem X-Mas-Turnier, angeschaut, was die anderen so gemacht haben. „Wir waren absolut unerfahren, weil das eine neue Kampfsportart war“, erzählt Volf. Da gibt es ganz andere Regeln, und die Techniken sind ein Mix aus Karate, Judo und Ju-Jutsu. Deshalb hat das ein paar Jahre gedauert.

„Unser erstes Ziel war es, überhaupt eine Medaille beim X-Mas-Turnier zu gewinnen“, erklärt er. „Die erste gab es dann beim Regionalturnier im Jahr 2011“, ergänzt Sell. Dabei hat er den ersten Platz gemacht und Volf den zweiten Platz. Nach und nach hat sich die Wettkampfgruppe weitere Ziele gesetzt und auf diese hingearbeitet. So wurden bei den internationalen Turnieren, die in Deutschland stattfinden, bei der ersten Teilnahme Erfahrungen gesammelt, beim zweiten Mal wurde versucht eine Medaille zu erringen und beim dritten Mal einen ersten Platz zu erreichen. „Das hat bisher immer gut funktioniert“, freut sich Sell. Man brauchte also drei Jahre, um das jeweilige Ziel zu erreichen. Mittlerweile befinden sich zwei Deutsche Meister in den Reihen der Wettkampfgruppe der Ju-Jutsu-Sparte. „Unser nächstes Ziel sind die German Open“, erklärt Volf. Das ist ein Weltranglistenturnier, das gleichzeitig als Vorbereitung für die Welt- und Europameisterschaften dient. Es ist zudem in Deutschland die Chance, eine Einladung für den Bundeskader zu bekommen. Bei den zweitägigen German Open treten über 1.000 Teilnehmer an. Wenn man da ab der Altersklasse U18 auf einem der drei ersten Plätze landet, dann ist das schon richtig gut, meint Sell.

Im Landeskader ist zurzeit mit Simon Fukas ein Westerceller Sportler vertreten. In den Jahren davor waren es sogar vier Westerceller. Doch aus beruflichen Gründen hat sich diese Zahl reduziert. Aufgrund des notwendigen Zeitaufwandes für die Turniervorbereitungen konzentrieren sich Volf und Sell jetzt nur noch auf Trainerarbeit. Das letzte Mal haben die beiden 2012 gekämpft. „Es macht Spaß mit den Kleinen zu arbeiten“, betont Volf. Und Sell ergänzt: „Ich bin aufgeregter als früher, als ich selber auf der Matte gestanden habe.“ Es ist ein schönes Gefühl den jungen Sportlern etwas beizubringen und vor allem zu sehen, wie das umgesetzt wird. Ab 2013 hatten sie damit begonnen die Jugend aufzubauen. Zu Beginn waren es zehn bis zwölf Kämpfer – die höchste Zahl war dann 20. Aktuell sind es 15 Kämpfer, unterteilt in A- und B-Kader. Die beiden Trainer freuen sich über die Unterstützung
seitens des Vereins. „Was der Verein machen kann, das macht er auch“, so Volf. Die Unterstützung reicht von Fahrzeugen, über Matten bis hin zum Sponsoring. Und dass die Arbeit der beiden öffentlich Anerkennung findet, sieht man unter anderem daran, dass im Laufe der vergangenen Jahre Volf und Sell bereits zwei Mal für die „Trainer des Jahres“-Wahl des Celler Kurier vorgeschlagen wurden. „Ein großes Ziel wäre es nochmal mit unseren Wettkämpfern auf richtige internationale Turniere zu kommen“, erklärt Sell. Wichtig ist, dass die Eltern mitziehen und dafür sorgen, dass die Kinder regelmäßig zum Training gehen. „Wir machen deshalb auch mindestens zwei Mal im Jahr einen Elternabend“, erklärt Volf.

Ein Highlight in der Geschichte der Westerceller Ju-Jutsu-Sparte war anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens die Ausrichtung der Landesmeisterschaft am 22. März 2014. „Wir haben uns nun für die Ausrichtung der Regionalmeisterschaft 2019 beworben“, erklären Sell und Volf abschließend.