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Gold, Silber und Bronze bei der Jugendweltmeisterschaft

Vom 22.-25.08.2023 fand die Jugendweltmeisterschaft im Ju-Jutsu in Astana, Kasachstan statt. Über 1.000 Athlet*innen aus 43 Nationen nahmen daran teil.  Vom VfL Westercelle waren erneut die Bundeskaderkämpfer*innen Kristin Raddatz, Justin Gramlich und zum ersten Mal Isha Njingo dabei.

Am ersten Wettkampftag startete Kristin Raddatz ins Turiner. In der Klasse U18 bis 70 kg traf die Titelverteidigerin zuerst auf Theodora Trigoni aus Griechenland. Kristin bestimmte den Kampf von Beginn an, setzte die Griechin mit schnellen Schlagkombinationen unter Druck und ging mit 4:0 in Führung. Nach einem erneuten Atemiangriff erarbeitete sie sich den notwendigen Griff, um die Griechin mit einem Schulterwurf zu werfen. Mit der anschließenden Haltetechnik gewann Kristin den Kampf vorzeitig mit Full Ippon. Im darauffolgenden Halbfinale wartete Spela Cizej aus Slowenien. Beide Kämpferinnen konnten immer wieder mit Schlagkombinationen punkten, sich aber nicht entscheidend voneinander absetzen. Der erste Wurfversuch von Kristin misslang, jedoch konnte sie die Slowenin anschließend in eine Haltetechnik zwingen und so den Ippon im Bodenkampf holen. Bis 11 Sekunden vor dem Ende des Kampfes führte Kristin mit nur einem Punkt, als es ihr doch noch gelang, ihre Gegnerin mit einer Hüftfegervariante für Ippon zu werfen und den Kampf vorzeitig zu gewinnen. Im Kampf um Gold traf sie auf Alina Gritsan aus Russland. Hier konnte Kristin erneut ihre Schnelligkeit im Part 1 ausspielen. Mit schnellen Treffern zum Kopf baute sie eine komfortable Führung auf. Einen ersten Wurfansatz der Russin konterte sie und wandelte die Situation in eine Haltetechnik um. Nun fehlte nur noch ein Wurf zum Sieg. Einen Tritt der Russin fing Kristin ab, fegte sofort das gegnerische Standbein weg, brachte die Kontrahentin so zu Boden und erhielt dafür den notwendigen Ippon. Damit krönte sich Kristin zum zweiten Mal in Folge zur Weltmeisterin.

In der Klasse U16 +63 kg trat Isha Njingo am dritten Wettkampftag an. Den ersten Kampf gegen Ana Balint aus Rumänien gestaltete Isha souverän. Schnell holte sie sich mit klaren Treffern Ippons im Part 1, um anschließend im Griffkampf ihren Spezialwurf vorzubereiten. Mit einer großen Innensichel brachte sie die Rumänin zu Boden und konnte mit der anschließenden Haltetechnik den Kampf vorzeitig beenden. Im folgenden Halbfinale traf sie auf Valeriia Noikina aus Russland. Isha fand nur langsam in den Kampf. Die Russin setzte die ersten Akzente und konnte durch einige Schlagkombinationen in Führung gehen. Isha ließ sich aber nicht beirren, hielt das Tempo hoch und konnte mit eigenen Treffern den Punkterückstand verkürzen. Einen Wurf oder Haltetechnik sollte keiner der beiden gelingen. Am Ende entschied die bessere Physis über den Ausgang des Kampfes. Isha holte sich durch beständige Angriffe die Führung und konnte diese leicht ausbauen. Die Russin versuchte gegenzuhalten, wurde aber zunehmend unsauber in ihren Angriffen, was dazu führte, dass sie Isha zwei Mal zu hart am Kopf traf und dafür letztendlich disqualifiziert wurde. Im anschließenden Finale traf Isha auf die amtierende Europameisterin dieser Klasse aus Polen, Adela Niciarz. Den Beginn des Kampfes gestalteten beide ausgeglichen. Isha ging durch eine Schlagkombination in Führung, konnte einen anschließenden Wurfversuch der Polin zwar vereiteln, war am Boden aber nicht in der Lage, sich aus einer Haltetechnik zu befreien. Zurück im Stand erzielten beide Treffer für Ippon, bis es der Polin doch noch gelang, sich den entscheidenden Griff zu erarbeiten, Isha mit einem Hüftwurf zu werfen und das Finale so zu gewinnen. Dennoch durfte sich Isha am Ende über die Silbermedaille freuen.

Am vierten und letzten Wettkampftag stieg Justin Gramlich in das Turnier ein. In der Klasse U18 bis 46 kg traf er zuerst auf Azamat Manashev aus Kasachstan. Dieser nutzte seinen Reichweitenvorteil geschickt, konnte sich schnell ein deutliches Punktepolster mit Schlag- und Trittkombinationen erarbeiten und Justin auf Distanz halten. Im weiteren Verlauf des Kampfes, fand Justin kein Mittel sich zumindest im Wurfpart oder am Boden einen Vorteil zu verschaffen und verlor am Ende nach Punkten gegen den späteren Weltmeister. Im Kampf um das kleine Finale ging es für Justin gegen Aziz Jumabaev aus Usbekistan. Beide lieferten sich von Beginn an einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich allerdings keiner von beiden absetzen konnte. Auch einen Wurf oder eine erfolgreiche Aktion am Boden gelang keinem. Zum Ende des Kampfes lag Justin knapp in Führung als der bereits vorverwarnte Usbeke erneut eine Bestrafung für eine unerlaubte Technik kassierte und damit disqualifiziert wurde. Im kleinen Finale wartete erneut ein Ju-Jutsuka aus Kasachstan. Justin verlegte sich vorerst aufs Kontern, da sein Gegner immer wieder frontal Angriff. So konnte er eine komfortable Führung aufbauen. Nach einigen erfolglosen Wurfansätzen, verlegte sich Justin wieder auf die bewährte Strategie und behauptete so seine Führung bis zum Ende und durfte sich zum Schluss über die Bronzemedaille freuen.

„Das intensive Training in den letzten Wochen hat sich erneut ausgezahlt.“, sind die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell überzeugt. „Kristin konnte ihren Titel verteidigen, Justin holt nach Gold und Silber mit Bronze seine dritte WM-Medaille und Isha gewinnt Silber bei ihrer ersten WM. Auf diese Leistungen können alle stolz sein.“ Ein besonderer Dank gilt erneut Judotrainer Maik Edling vom SV Nienhagen für seine Unterstützung beim Training.

Fünf Mal Gold zum Saisonabschluss für den Ju-Jutsu Nachwuchs des VfL

Am 01.07.2023 fand der 1. Küstencup in Cuxhaven statt. Beim Nachwuchsturnier für die Altersklassen von U8 bis U16 nahmen 156 Kämpferinnen und Kämpfer aus 15 Vereinen teil. Der VfL Westercelle trat mit 14 Athletinnen und Athleten in den Kategorien Fighting und BJJ an.

Nach spannenden und leidenschaftlichen Kämpfen sicherten sich in der Kategorie Fighting, in ihren jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen Ida Hinterthür, Luis Kannenberg und Theodor Godawa die Goldmedaille. Einen zweiten Platz erkämpften sich Isabella und Alexander Skierecki sowie Lennert Kirtoaka. Über eine Bronzemedaille konnten sich Elli Fuhrmann und Kai Mackenstein freuen.

Ebenso erfolgreich war der Westerceller BJJ-Nachwuchs. Die seit einem Jahr von Kostiantyn Murzin trainierten Kämpferinnen und Kämpfer konnten ebenso mit einem couragierten Auftritt überzeugen. In ihren jeweiligen Klassen errangen Yelyzaveta Lemish und Damir Murzin die Goldmedaille. Silber holten sich Nazar Murzin, Matvii Romaniuk und Andreas Scholl. Den dritten Platz konnte sich Bela Schudlik sichern.

Im Endergebnis belegte der VfL Westercelle mit 5 Mal Gold, 6 Silbermedaillen und 3 Mal Bronze den 3. Platz in der Vereinswertung. „Nach einer langen und erfolgreichen Saison können alle stolz auf ihre gezeigten Leistungen sein.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell zufrieden mit den Ergebnissen des Turniers.

3 mal Gold für Westerceller Ju-Jutsuka bei den Deutschen Schülermeisterschaften

Vom 10.-11.06.2023 fanden in Bernau (Brandenburg) die Deutschen Schülermeisterschaften der U14, U16 und U18 im Ju-Jutsu statt. Unter den fast 350 Teilnehmer*innen war der VfL Westercelle mit vier Athleten*innen vertreten.

In der Klasse U14 bis 46 kg begann Andreas Scholl das Turnier gegen einen Ju-Jutsuka aus Baden. Ruhig aber bestimmt dominierte Andreas diesen Kampf. Nachdem er sich im Part I (Schlagen und Treten) den ersten Ippon (große Wertung) geholt hatte, versuchte er seinen Gegner mit einem Wurf zu Boden zu bringen. Das funktionierte beim ersten Versuch zwar nicht sofort, dafür konnte Andreas aber am Boden einen Ippon durch einen Armstreckhebel erzielen. Der zum vorzeitigen Sieg noch fehlende Ippon im Part II (Werfen), sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nach einem erneuten Angriff mit einer Schlagkombination, gelang es Andreas seinen Griff zu erarbeiten und seinen Kontrahenten mit Hikkomi-Gaeshi (Selbstfallwurf) für Ippon zu werfen. Das anschließende Halbfinale gegen erneut einen Kämpfer aus Baden, gestaltete Andreas ähnlich souverän. Mit stoischer Ruhe erarbeitete er sich einen Ippon in allen drei Parts und zog mit Full Ippon (techn. K.O.) ins Finale ein. Im Finale setzte der Kämpfer aus Brandenburg die ersten Akzente und ging durch eine Schlagkombination in Führung. Mit einem Konter gegen einen erneuten Angriff erzielte Andreas ebenfalls einen Ippon im Part I und begann sofort, sich eine günstige Position für einen Wurf zu erarbeiten. Der erste Versuch war noch nicht erfolgreich und beide Kämpfer versuchten am Boden einen Vorteil zu erringen, was allerdings keinem von beiden gelang und der Kampf deshalb wieder im Stand begann. Dieses Mal griff Andreas sofort an, überwand die Distanz mit einer Schlagkombination und begann sofort seinen Griff zu erarbeiten und brachte den Gegner mit seinem Spezialwurf Hiza-Guruma (Knierad) erfolgreich zu Boden. Dort zwang er ihn sofort in eine Haltetechnik und nach 15 Sekunden Haltezeit, gewann Andreas auch diesen Kampf mit Full Ippon und durfte sich über die Goldmedaille freuen.

Als nächstes ging der Jüngste vom Team Westercelle, Theodor Godawa, in der Klasse U14 bis 34 kg an den Start. Trotz anfänglicher Nervosität konnte Theo die Vorgaben der Trainer hervorragend umsetzen. Die Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus Hessen, Berlin und NRW gewann er souverän mit Full Ippon und durfte sich bei seiner ersten Deutschen Schülermeisterschaft ebenfalls die Goldmedaille umhängen lassen.

Isha Njingo griff als letzte Westercellerin an diesem Tag ins Wettkampfgeschehen ein. In der Klasse U16 +63 kg traf sie zuerst auf eine Ju-Jutsuka aus NRW. Gleich zu Beginn des Kampfes ließ Isha keine Zweifel daran, wer als Siegerin von der Matte gehen wird. Mit einer schnellen Schlagkombination holte sie sich den ersten Ippon in Part I und ging sofort in den Griffkampf über. Anschließend gelang es Isha ihre Gegnerin mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) zu werfen und mit einer Haltetechnik den Kampf vorzeitig für sich zu entscheiden. Mit diesem Sieg zog Isha ins Finale ein. Hier traf sie auf die zweimalige Europameisterin aus Hamburg. Den Beginn des Finales dominierte Isha, die immer wieder mit Gyaku-Zuki für Ippon punkten konnte. Die Hamburgerin war dagegen in der Lage den frühen Rückstand durch einen Wurf wieder aufzuholen. Nachdem beide am Boden keinen Vorteil erringen konnten, begann der Kampf wieder im Stand. Hier ging Isha erneut durch Schlagkombinationen in Führung, wurde aber durch einen Konter ihrer Kontrahentin zu einer Rückwärtsbewegung gezwungen, die diese gedankenschnell ausnutzen und in einen Wurf umwandeln konnte. Aus der anschließenden Haltetechnik konnte sich Isha leider nicht mehr befreien und musste sich am Ende geschlagen geben, durfte sich aber über die Silbermedaille freuen.

Am zweiten Tag des Turnieres ging Kristin Raddatz in der Klasse U18 bis 70 kg auf Medaillenjagd. Nach einem halben Jahr Turnierpause aus gesundheitlichen Gründen und nur acht Wochen Vorbereitung war der amtierenden Weltmeisterin die Nervosität deutlich anzumerken. Diese war aber mit Beginn der Vorrunde wie weggeblasen. Beide Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus NRW und Bayern gestaltete Kristin gewohnt souverän, setzte ihre Kontrahentinnen mit schnellen Schlagkombinationen früh unter Druck, um ohne Zögern in einen Wurf überzugehen. Mit den anschließenden Haltetechniken beendete sie die Kämpfe mit Full Ippon. Das Halbfinale gegen eine Hamburgerin gestaltete Kristin ähnlich und zog mit erneutem Full Ippon ins Finale ein. Hier traf sie erneut auf die Vorrundengegnerin aus Bayern. Auch dieses Mal dominierte Kristin den Kampf mit​ schnellen Schlag- und Trittkombinationen. Sie erarbeitete sich schnell einen 8:0 Punktevorsprung und versuchte auch mit diversen Wurfansätzen die Bayerin zu Boden zu bringen, was allerdings nicht für Ippon gelang. Dafür war Kristin in der Lage, am Boden zu punkten. Im weiteren Verlauf des Kampfes baute sie ihren Vorsprung weiter aus und entschied dieses Finale am Ende mit 19:3 für sich. „Mit drei Titeln und einer Silbermedaille haben unsere Kämpferinnen und Kämpfer das beste Ergebnis bei einer Deutschen Meisterschaft erzielt, seit dem es unser Wettkampfteam gibt.“, sind die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell stolz auf die erzielten Leistungen. Damit konnte der VfL Westercelle erheblich zum 2. Platz des Niedersächsischen Landesverbandes in der Landeswertung mit 8 mal Gold, 11 Silber- und 12 Bronzemedaillen beitragen.

Justin Gramlich ist Vize-Europameister

Über 800 Athletinnen und Athleten aus 27 Nationen nahmen vom 09.-12.03.2023 an der Jugend-Europameisterschaft im Ju-Jutsu in Verquin, Frankreich, teil. Vom VfL Westercelle starteten die beiden Bundeskaderathlet*innen Isha Njingo und Justin Gramlich bei diesem Turnier.

Am ersten Tag ging Isha Njingo auf Medaillenjagd. In der Klasse U16 +63 kg traf sie im ersten Kampf auf Noemie Novar aus Frankreich. Isha setzte die ersten Akzente und konnte gleich den ersten Ippon (große Wertung) mit einer Schlagkombination erzielen. Die Französin konnte aber umgehend mit einem eigenen Angriff punkten und versuchte anschließend Isha sofort zu werfen. Sie konnte den Wurf aber verhindern und ihrerseits die Französin mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) für Ippon werfen. Dennoch blieb der Kampf lange ausgeglichen. Sekunden vor Schluss lag Isha mit einem Punkt zurück und musste sich erneut einem Wurfversuch erwehren. Am Boden gelang es ihr dann doch noch ihre erschöpfte Gegnerin in eine Haltetechnik zu zwingen und nach 15 Sekunden Haltezeit mit Full Ippon zu gewinnen. Gegen die nächste Kontrahentin, Adela Niciarz aus Polen, blieb Isha ihrer offensiven Strategie treu. In der ersten Minute lieferte sie sich mit der Polin einen offenen Schlagabtausch in dessen Verlauf beide punkten konnten. Allerdings war gleich der erste Wurfversuch von Niciarz erfolgreich. Anschließend war sie in der Lage Isha noch für 15 Sekunden am Boden zu halten. Der Polin fehlte zum vorzeitigen Sieg jetzt nur noch ein Ippon im Part I (Schlagen und Treten), den sie mit dem nächsten Angriff auch erzielte. Damit ging es für Isha im nächsten und letzten Kampf um Platz drei. Gegen Ana Balint aus Rumänien bestimmte Isha über weite Strecken den Kampf. Mit hohem Tempo und beständigen Angriffen konnte sie sich einen Punktevorsprung erarbeiten, kassierte aber auch eine Bestrafung, wegen eines Treffers zum Kopf. Beim Stand von 17:10 wurde sie erneut vom Kampfrichter wegen eines vermeintlichen Treffers am Kopf verwarnt, welches automatisch die Disqualifikation bedeutete. Damit belegte Isha am Ende den 5. Platz.

Am zweiten Tag griff Justin Gramlich in das Wettkampfgeschehen ein. In der Klasse U18 bis 46 kg ging es für den Vizeweltmeister von 2022 zuerst gegen Mattia Sordoni aus Italien. Aus Part I heraus kontrollierte Justin den Kampf sicher. Punktete immer wieder mit Tritt- und Schlagtechniken. Einem Wurfversuch des Italieners konterte er mit einer kleinen Außensichel und holte sich anschließend den vorzeitigen Sieg mit einer erfolgreichen Haltetechnik. Als nächster Gegner wartete Ayrton Leger aus Frankreich. Auch in diesem Kampf setzte sich Justin durch Atemis schnell mit 6:0 vom Franzosen ab. Ein Wurf sollte ihm gegen den körperlich etwas stärkeren Kontrahenten nicht gelingen, konnte seinerseits aber auch die Wurfversuche des Franzosen vereiteln. Mit gut punktierten Angriffen im Part I und Übergängen zu Wurfansätzen, um die Passivitätsstrafe zu vermeiden, setzte sich Justin mit 14:7 durch und stand damit im Halbfinale. Hier bekam er es erneut mit einem Franzosen zu tun. Justin blieb bei seiner bewährten Taktik und sammelte gegen Theo Grelet erste Punkte mit Tritt- und Schlagtechniken. Der Franzose ließ sich aber nicht beirren und schaffte es immer wieder, die Distanz zu überbrücken, um seine Stärken im Wurfpart auszuspielen. Mit einem guten Mix aus Verhindern, Mitkämpfen und immer wieder vom Gegner lösen, um mit Atemis zu punkten, holte sich Justin am Ende mit 10:6 das Ticket für das Finale. Gegen Eduard Blidariu aus Rumanien erzielte Justin schnell die ersten Punkte durch Atemis und versuchte anschließend in seinen Spezialwurf überzugehen, was der Rumäne aber verhinderte. Im weiteren Verlauf verlegten sich beide zu lange auf Atemitechniken und erhielten daraufhin Passivitätsstrafen. Nach einem erneuten Schlagabtausch erhielt Justin erneut eine Strafe, welche vom Bundestrainer umgehend gechallenged wurde. Leider wurde dieser Einspruch abgewiesen, was letzten Endes zur Disqualifikation von Justin führte.

„Das ein Finale so verloren geht, ist natürlich höchst unglücklich.“, bedauerten die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell den Ausgang des Kampfes. „Trotzdem können Isha und Justin stolz auf ihre Leistung sein und sich zurecht über den 5. Platz und die Silbermedaille freuen.“

Kristin Raddatz konnte aus gesundheitlichen Gründen leider nicht antreten, um ihren Titel von 2022 leider zu verteidigen.

3 Titel für den VfL Westercelle bei den Norddeutschen Ju-Jutsu Meisterschaften

In Norderstedt, Schleswig-Holstein, fanden am 21.01.2023 die Norddeutschen Ju-Jutsu Meisterschaften statt. 195 Athletinnen und Athleten aus ganz Norddeutschland gingen in den Kategorien Fighting und Newaza auf Medaillenjagd. Der VfL Westercelle war mit fünf Ju-Jutsuka am Start.

Im Fighting begann Andreas Scholl in der U14 bis 46 kg den Tag für den VfL. Die erste Begegnung gegen einen Kämpfer vom ausrichtenden Verein Kodokan bestimmte Andreas von Beginn an. Er konnte beständig mit Atemis (Schlagen und Treten) und Hebel- oder Würgetechniken am Boden (Part III) Punkte sammeln. Nur ein sauberer Wurf wollte ihm nicht gelingen. Nachdem er erneut mit einer Würgetechnik punkten konnte, gab sein Gegner beim Stand von 19:4 auf. Der zweite Kampf gegen einen weiteren Ju-Jutsuka aus Schleswig-Holstein war dagegen bis zum Schluss ausgeglichen. Während Andreas Punkte vor allem durch Würfe und Bodentechniken erzielte, war sein Gegner in der Lage, diese durch erfolgreiche Atemis auszugleichen und Sekunden vor Schluss sogar mit zwei Punkten in Führung zu gehen. Buchstäblich in letzter Sekunde gelang es Andreas allerdings, mit einem Armstreckhebel die entscheidenden drei Punkte zu holen und den Kampf mit 11:10 für sich zu entscheiden. Der letzte Kampf in dieser Gruppe dauerte nur wenige Sekunden. Andreas stoppte den Angriff des Kontrahenten aus Peine mit einem Yoko-Geri (Tritt seitwärts), ging danach sofort in einen Wurf, Hiza Guruma (Knierad), über und zwang am Boden seinen Gegner in einen Dreieckswürger. Für alle drei Aktionen bekam Andreas einen Ippon (große Wertung), gewann damit den Kampf mit Full Ippon (Technischer K.O.) nach 16 Sekunden und Gold bei diesen Meisterschaften.

Theodor Godawa startete in der U14 bis 34 kg. Seine zwei Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus Hamburg und Schleswig-Holstein dominierte Theo von Beginn an. Konzentriert setzte er die taktischen Vorgaben seiner Trainer um, gewann beide Kämpfe mit Full Ippon und damit auch den Titel in seiner Klasse.

In der Klasse U16 +63 startete Isha Njingo gegen eine Kämpferin aus Peine in das Turnier. Die Reichenweitenvorteile der knapp einen Kopf größeren Gegnerin, konnte Isha mit schnellen Bewegungen immer wieder unterlaufen und mit Schlagkombinationen punkten. Ein sauberer Wurf gelang ihr leider nicht, dafür konnte sie ihre Kontrahentin in einem kräftezehrenden Ringen mehrmals in eine Haltetechnik zwingen und so weitere Punkte sammeln. Am Ende setzte sich Isha mit 9:4 Punkten durch. Der zweite Kampf, gegen eine weitere Peinerin, entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Im Laufe der Begegnung war Isha allerdings anzumerken, dass sie der Kampf zuvor viel Kraft gekostet hat. In der letzten Minute war ihre Kontrahentin aufmerksamer und konnte ihre Schlagtechniken schneller anbringen. So musste sie sich am Ende mit 10:7 geschlagen geben. Als letztes ging es gegen eine Bundeskaderathletin aus Hamburg Finkenwerder. Gegen die Europameisterin von 2022 begann Isha druckvoll und holte mit dem ersten Atemiangriff gleich den ersten Ippon. Im weiteren Verlauf konnte die Hamburgerin allerdings ihre Erfahrung ausspielen, ihrerseits den Druck erhöhen und so den Kampf vorzeitig für sich entscheiden. Damit musste sich Isha mit dem dritten Platz zufriedengeben.

In der Kategorie Newaza, in der Klasse Senioren bis 94 kg, startete Kostiantyn Murzin für den VfL. Hatte er bei der Landesmeisterschaft in Celle noch alle Kämpfe vorzeitig durch Submission (Aufgabe des Gegners) gewinnen können, musste er bei diesem Turnier sein ganzes taktisches Geschick mit einbringen und Ausdauer beweisen. Gleich der erste Gegner, vom TSV Westerhausen, forderte die ganze Erfahrung von Kostia. Der Kampf war lange ausgeglichen, keiner von beiden konnte sich einen Vorteil oder Punkte erarbeiten. Nur durch einen Sweep (erzwungene Änderung der gegnerischen Position) gelang es Kostia kurz vor Schluss zwei Punkte zu erzielen und so den Kampf für sich zu entscheiden. Der zweite Kampf gegen einen Kontrahenten aus Norderstedt verlief ähnlich. Bis zum Schluss gelang es keinem von beiden zu punkten. Nach 6 Minuten Kampfzeit hatte sich Kostia allerdings einen Vorteil erarbeitet, da er der Aktivere war und sein Gegner sich nur auf das Verteidigen verlegte. Damit holte er sich den zweiten Sieg. Die dritte Begegnung, gegen einen Ju-Jutsuka aus Riestedt, konnte Kostia dominanter gestalten. Durch Haltetechniken und Wechsel der Haltepositionen erarbeitete er sich einen 9:0 Punktestand und verteidigte diesen bis zum Schluss. Im vierten und letzten Kampf, gegen einen weiteren Riestedter, konnte Kostia seinen Gegner in wenigen Sekunden mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zwingen und holte damit den dritten Titel für den VfL.

Bei ihrem erst zweiten Turnier ging Sabine Kierig in der Klasse Senioren bis 70 kg an den Start. Leider zog sie sich gleich im ersten Kampf gegen die aktuelle Landesmeisterin vom TSV Bardowick eine leichte Rippenprellung zu und musste sich nach einem Armhebel geschlagen geben. Trotz der Verletzung biss sie die Zähne zusammen und konnte in einer Gruppe mit erfahrenen Kämpferinnen dennoch einige Akzente setzen. Am Ende musste sie jedoch der größeren Erfahrung der weiteren Gegnerinnen aus Riestedt und Westerhausen Tribut zollen und sich mit Platz vier zufriedengeben.

“Das Minimalziel Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft und Deutsche Schülermeisterschaft haben alle erreicht. Dass wir zusätzlich drei Goldmedaillen und eine Bronze geholt haben, ist um so schöner.”, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Die aktuelle Weltmeisterin und Vizeweltmeister des VfL Kristin Raddatz und Justin Gramlich nahmen nicht am Turnier teil. Beide waren zu einer Veranstaltung des Landessportbundes eingeladen und sind bereits für die Deutsche Schülermeisterschaft gesetzt.

Elf Landesmeistertitel bleiben in Westercelle

Am 03.12.2022 richtete der VfL Westercelle die diesjährige Landeseinzelmeisterschaft im Ju-Jutsu aus. 178 Ju-Jutsuka aus 27 Vereinen kamen in die Nadelberghalle nach Celle und gingen in den Kategorien Fighting, Newaza und Duo auf Medaillenjagd. Für den VfL gingen 17 Kämpferinnen und Kämpfer an den Start.

Die ersten Kämpfe bestritten Ida Hinterthür in der U12 bis 28 kg und Botond Nemeth in der U10 bis 30 kg. Während Botond seinen ersten Kampf souverän mit Full Ippon (technischer K.O.) gewann, musste sich Ida nach einem engen Duell mit einem Punkt geschlagen geben. Davon unbeirrt ging Ida in ihren zweiten Kampf, setzte sich gegen die Kämpferin vom TuS Apelern durch und durfte sich damit über die Silbermedaille freuen. Botond erarbeitete sich in seinem Kampf um Gold einen großen Punktevorsprung. Beim Stand von 14:3 geriet allerdings ein Mawashi Geri (Halbkreisfußtritt) zu hoch in die Nähe des Kopfes seines Gegners. Da in der Altersklasse keine Techniken zum Kopf erlaubt sind, wurde Botond dafür leider disqualifiziert und musste sich am Ende mit Silber zufriedengeben. In der Klasse U12 bis 40 kg startete Isabella Skierecki. Mit einem Sieg nach Punkten und einem mit Full Ippon gewann sie ihre beiden Kämpfe und holte so die erste Goldmedaille des Tages für den VfL. Theodor Godawa kämpfte in der Klasse U14 bis 34 kg. Seine Kontrahenten aus Cuxhaven und Lüneburg bezwang er jeweils mit Full Ippon und durfte sich ebenfalls über Gold freuen. Andreas Scholl tat es ihm gleich. In der U14 bis 46 kg konnte auch er sich gegen Ju-Jutsuka aus Peine und Lüneburg souverän durchsetzen und gewann Gold. Mit einem vereinsinternen Duell begann die U12 bis 34 kg. Dabei konnte sich Kai Mackenstein gegen Alexander Skierecki durchsetzen. Danach ließen beide VfLer den anderen Gegnern ihrer Gruppe keine Chance, gewannen ihre Kämpfe jeweils vorzeitig und bescherten dem VfL einen Doppelsieg in dieser Klasse. Ebenso erging es Lennert Kirtoaka und Luis Kannenberg in der U12 bis 30 kg. Gleich im ersten Kampf kam es zum vereinsinternen Duell, welches Lennert für sich entschied. Die weiteren Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus Cuxhaven und Nienburg gewannen die Beiden ebenfalls mit Full Ippon oder nach Punkten und holten so den zweiten Doppelsieg des Tages für Westercelle.

Nur einen Gegner hatte Monisha Njingo in der Klasse U12 +50 kg. Nach einer überzeugenden Leistung und mit Siegen im Hin- und Rückkampf belegte auch sie den ersten Platz. In der Klasse U16 bis 46 kg startete der aktuelle Vizeweltmeister Justin Gramlich. Nach dem er die ersten zwei Kämpfe noch vorzeitig für sich entschieden hatte, ließ ihn der Kampfrichter im dritten Kampf, wegen einer Verletzung, die er sich im ersten Kampf zugezogen hatte, nicht weiterkämpfen und musste sich zum Schluss mit Silber zufriedengeben. Als letzte Starterin für den VfL, in der Kategorie Fighting, ging die amtierende Europa- und Weltmeisterin Kristin Raddatz an den Start. Ihre Kämpfe gegen Kontrahentinnen aus Rottorf und Stadtoldendorf gestaltete sie souverän, gewann jeweils mit Full Ippon und damit auch den Landesmeistertitel.

In der Kategorie Newaza, Senioren bis 94 kg, konnte Kostiantyn Murzin alle seine Kämpfe vorzeitig durch Submission (Aufgabe des Gegners) überlegen gewinnen. Ebenfalls bei den Senioren bis 85 kg wollte Julius Nemeth erste Wettkampferfahrungen sammeln. In einer starken Gruppe, in der er es auch mit dem amtierenden deutschen Meister vom TSV Westerhausen zu tun bekam, erkämpfter er sich den vierten Platz. Den zweiten Platz konnte Sabine Kierig erringen. Auch sie startete bei ihrem ersten Turnier und konnte bei den Senioren bis 70 kg überzeugen. In der Klasse U14 bis 66 kg konnte Bela Schudlik beide Kämpfe für sich entscheiden und holte sich zum ersten Mal den Landesmeistertitel. Nazar Murzin stand seinem Vater in nichts nach. In der U12 bis 34 kg gewann er alle Kämpfe souverän nach Punkten oder durch Submission. Nach einer ausreichenden Behandlungs- und Ruhepause griff Justin Gramlich noch einmal ins Kampfgeschehen ein. In der Klasse U16 -42 kg beendete er alle Kämpfe mit Submission und konnte sich am Ende doch noch über eine Goldmedaille freuen.

Mit 11 Goldmedaillen und 6 Mal Silber belegte der VfL Westercelle den ersten Platz in der Vereinswertung. Zusätzlich wurden Lennert Kirtoaka als bester Techniker im Fighting und Nazar Murzin im Newaza ausgezeichnet. „Wir haben großartige Kämpfe gesehen. Alle haben ihr Bestes gegeben und sich selber mit tollen Platzierungen belohnt.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell begeistert vom Ausgang des Turnieres.

Der VfL Westercelle bedankt sich bei allen Unterstützer*innen und Helfer*innen, die es möglich gemacht haben, dass diese Veranstaltung in jeder Hinsicht ein großer Erfolg war.

Weltmeisterin und Vizeweltmeister im Ju-Jutsu

Vom 29.10.-08.11.2022 fand die Ju-Jutsu Weltmeisterschaft in Abu Dhabi statt. Über 1.500 Athlet*innen aus 67 Nationen nahmen daran teil.  Mit dabei waren erneut die Bundeskaderkämpfer*innen Kristin Raddatz und Justin Gramlich vom VfL Westercelle.

In der Klasse U16 bis 42 kg startete Justin am zweiten Wettkampftag ins Turnier. Gegen seinen ersten Kontrahenten aus Rumänien begann er souverän, holte sich schnell Punkte im Part I (Schlagen und Treten) und baute sich hier ein kleines Punktepolster auf. Nach einem erneuten Angriff erarbeitete er sich seinen gewohnten Griff, um seinen Spezialwurf Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) vorzubereiten und ihn letztendlich auch erfolgreich umzusetzen. Am Boden konnte Justin den Rumänen sofort in eine Haltetechnik zwingen und nach 15 Sekunden den Kampf vorzeitig beenden. Im Halbfinale ging es, wie schon bei den German Open, gegen den amtierenden Europameister aus Belgien. Vor vier Wochen konnte Justin das Duell noch knapp mit 8:4 für sich entscheiden. Entsprechend konzentriert begann er den Kampf. Schnell konnte er sich zwei Ippons (große Wertung) im Part I holen. Bei einem Wurfversuch des Belgiers konterte Justin und konnte so seinerseits für Ippon werfen. Am Boden war keiner der Beiden in der Lage sich eine vorteilhafte Position zu erkämpfen. Nach einem weiteren erfolgreichen Wurf mit O-Uchi-Gari (große Innensichel) brachte Justin den Kampf souverän über die Zeit und gewann deutlich mit 11:2. Im Finale wartete ein Ju-Jutsuka aus Kasachstan. Mit dem Startsignal griff Justin an, konnte seinen Gegner überraschen und erzielte den ersten Ippon in Part 1. Danach gestaltete sich der Kampf ausgeglichen. Während der Kasache seinerseits mit einer Schlagkombination ausgleichen konnte, war keiner der Beiden in der Lage sich entscheidende Vorteile im Wurf oder am Boden zu erarbeiten. Im weiteren Verlauf konnte sich der Kasache einen leichten Punktevorsprung erkämpfen, den er bis zum Ende verteidigte. So musste sich Justin zwar mit 6:9 geschlagen geben, konnte sich aber über den Gewinn der Silbermedaille freuen.

Am vierten Turniertag griff Kristin Raddatz in das Wettkampfgeschehen ein. In der Klasse U18 bis 70 kg war ihre erste Gegnerin die amtierende deutsche Meisterin dieser Klasse. Kristin dominierte den Kampf von Beginn an. Im Part I brachte sie ihre Schlag- und Trittkombinationen immer wieder ins Ziel und konnte sich ein deutliches Punktepolster erarbeiten. Auch im Wurfpart gelangen ihr Ippons mit Hüftwurfvarianten. Nur am Boden war Kristin nicht in der Lage zu punkten, was beim deutlichen Sieg mit 12:1 aber nicht ins Gewicht viel. Im zweiten Kampf traf sie auf eine griechische Ju-Jutsuka. Hier startete Kristin den Kampf, wie sie den letzten beendet hatte. Mit dem ersten Atemiangriff holte sie sich sofort den ersten Ippon in Part 1. Doch die Griechin ließ sich davon nicht beirren und ging ihrerseits zum Gegenangriff über und konnte gleich zwei Mal punkten und damit sogar in Führung gehen. Nach einem missglücktem Wurfversuch der Griechin, war Kristin am Boden in der Lage die Gegnerin mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zu zwingen. Damit fehlte nur noch ein Ippon in Part II (Werfen) für den vorzeitigen Sieg. Der sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nach Wiederbeginn des Kampfes griff die Kontrahentin sofort an, doch Kristin ließ sie ins Leere laufen und wandelte den Angriff in einen Tani-O-Toshi (Talfallzug) um und holte sich damit den vorzeitigen Sieg mit Full Ippon.

Im nächsten und letzten Kampf ging es bereits um Gold gegen eine dänische Kontrahentin. Konnte Kristin diese bei den Europameisterschaften im April dieses Jahres noch mit Full Ippon bezwingen, sollte sich dieser Kampf als spannender und enger erweisen. Kristin setzte die ersten Akzente und punktete gleich zu Beginn mit Ippon in Part 1 und ging sofort in einen Wurf über. Der gelang zwar nicht vollends, brachte aber zumindest eine einfache Wertung. Am Boden versuchte Kristin den Druck aufrecht zu erhalten, konnte aber keine entscheidende Aktion mehr erzwingen. Im Stand ging es weiter. Jetzt konnte die Dänin ihren ersten Treffer setzen, den Kristin aber so gleich konterte und ebenfalls punktete. Erneut versuchte sie sofort einen Wurfansatz, der zwar nicht gelang, aber nun war sie in der Lage ihre Gegnerin am Boden in eine Haltetechnik zu zwingen und nach 15 Sekunden Haltezeit einen Ippon zu erzielen. Im weiteren Verlauf gelang es Kristin mit Atemis ihre Führung auf 8:3 auszubauen. Knapp eine Minute Kampfzeit war noch übrig. Die Dänin hatte sich noch nicht aufgegeben und konnte den Punktestand auf 8:7 verkürzen, bevor Kristin ihrerseits eine einfache Wertung für einen Wurf erzielte. Sieben Sekunden vor dem Ende, beim Stand von 9:7, verlegte sich Kristin auf Konter, ließ die Dänin angreifen und entschied das Finale zum Schluss mit 11:9 für sich. Mit dem Gewinn des WM-Titels übertraf Kristin damit ihren bisherigen größten sportlich Erfolg, den Gewinn der Europameisterschaft 2022.

„Das intensive Training in den letzten Wochen hat sich ausgezahlt. Sei es das Trainingslager mit dem Bundeskader, das individuelle Training im Verein oder das Judotraining beim SV Nienhagen.“, sind die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell überzeugt. „Kristin und Justin konnten ihre Leistung der letzten WM bestätigen und haben wie 2021 erneut Gold und Silber erkämpft. Darauf können beide stolz sein.“

Die Kleinsten ganz groß – Kompletter Medaillensatz für Ju-Jutsu Nachwuchs

Am 08.10.2022 nahmen 128 Ju-Jutsuka aus 4 Bundesländern am Eulencup in Peine teil. Bei dem zum dritten Mal stattfindenden Nachwuchsturnier, gingen für den VfL Westercelle 11 Kämpfer*innen der Altersklassen U8-U14 an den Start. Für die Meisten war es erst das zweite oder dritte Turnier. „In erster Linie geht es darum, weitere Erfahrungen zu sammeln und Trainingsleistung in den Kämpfen auf die Matte zu bringen“., war für die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell das vorrangige Ziel für diesen Wettkampf.

Nach spannenden und leidenschaftlichen Kämpfen sicherten sich in der Kategorie Fighting, in ihren jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen, Botond Nemeth, Ida Hinterthür, Lennert Kirtoaka und Theo Godawa die Goldmedaille. Einen zweiten Platz erkämpften sich die Isabella und Alexander Skierecki. Über eine Bronzemedaille konnten sich Kai Mackenstein und Luis Kannenberg. Einen guten 4. Platz belegte Monisha Njingo. Zusätzlich wurden Botond und Lennert zum besten Techniker ihrer Altersklassen ausgezeichnet.

Andreas Scholl und Bela Schudlik (beide U14) traten in der Spezialkategorie Newaza an. In dieser Wettkampfform, die nur den Bodenkampf beinhaltet, konnte sich Andreas die Goldmedaille und Bela die Silbermedaille sichern. Mit 5 Mal Gold, 3 Silbermedaillen und 2 dritten Plätzen belegte der VfL in der Teamwertung damit den 2. Platz. „Alle Kämpfer*innen können stolz auf ihre Leistung sein. Wir haben tolle Kämpfe gesehen. Alle konnten mit einem couragierten Auftreten überzeugen und für die Landesmeisterschaft am 03.12.2022 in Celle wichtige Erfahrungen sammeln.“, waren die Trainer zufrieden mit dem Turnierverlauf.

Gold und Silber für Westerceller Ju-Jutsuka bei den German Open

Beim größten internationalen Ju-Jutsu Turnier in Deutschland nahmen 448 Athlet*innen aus 23 Nationen teil. Vom 01.-03.10. waren auch 4 Kämpferinnen und Kämpfer aus Westercelle nach Gelsenkirchen gereist.

Am zweiten Turniertag startete Kristin Raddatz. In der Klasse U18 bis 70 kg traf sie im ersten Kampf auf eine Kameradin aus dem Bundekader. Nach einem etwas zögerlichen Start konnte sich Kristin erste Punkte mit Atemis (Schläge und Tritte) sichern. Nach einem weiteren Schlagabtausch gelang es Kristin ihre Gegnerin mehrmals für Ippon (große Wertung) zu werfen und zuletzt am Boden durch einen Hüftwürger zur Aufgabe zu zwingen. Im nächsten Kampf ging es bereits um Gold. Gegen die amtierende Deutsche Meisterin aus Hofheim tat sich Kristin von Beginn an schwer. Die passiv kämpfende Gegnerin konnte die Wurfansätze immer wieder kontern und ihrerseits Kristin zu Boden bringen. Auch im Bodenkampf gelang es ihr nicht, sich aus den Haltetechniken zu befreien, so dass sie sich am Ende vorzeitig mit Full Ippon geschlagen geben musste und damit den zweiten Platz belegte.

Am letzten Turniertag eröffnete Isha Njingo die Kämpfe für die Westerceller Ju-Jutsuka in der Klasse U14 +57 kg. Der Kampf gegen eine Schwedin war bis zum Schluss knapp. Keine der Beiden konnte große Wertungen erzielen und sich entscheidend absetzen. Am Ende behielt die Schwedin mit 5:2 die Oberhand, weil sie insgesamt taktisch cleverer agierte. Gegen die nächste Kontrahentin begann Isha aggressiver und konnte sie nach schnellen Atemis sofort mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) zu Boden bringen. Am Boden konnte Isha der Gelsenkirchenerin keine Punkte abringen, so dass sie sich im weiteren Verlauf des Kampfes darauf verlegte, weiter Punkte mit Atemis zu sammeln. Am Ende gewann Isha mit 16:8 und konnte sich so die Silbermedaille sichern.

In der Klasse U14 bis 45 kg startete Andreas Scholl. In seinen ersten drei Kämpfen holte sich Andreas souverän den vorzeitigen Sieg durch Full Ippon. Mit einer konzentrierten Leistung konnte er mit Atemis im entscheidenden Moment immer die richtigen Treffer setzen. Auch im Wurfpart gelang es ihm immer wieder seine Kontrahenten mit Ko-Soto-Gari (kleine Außensichel) zu Boden zu bringen und anschließend mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zu zwingen oder mit einer Haltetechnik den notwendigen Ippon zu holen. Im vierten und letzten Kampf traf er auf einen Ju-Jutsuka aus Bernau. Dieser hatte leichte Reichweitenvorteile und wusste diese auch geschickt einsetzen. Dennoch konnte Andreas den Kampf lange offen gestalten. Nach einem missglücktem Wurfansatz wurde er allerdings selber geworfen und war danach nicht mehr in der Lage, sich aus der anschließenden Haltetechnik seines Gegners zu befreien und musste sich vorzeitig geschlagen geben. Da der Bernauer zuvor aber auch einen Kampf verloren hatte und Andreas in Summe aller Kämpfe mehr Punkte erzielte, durfte sich Andreas zum Schluss dennoch die Goldmedaille umhängen lassen.

Als letztes ging Justin Gramlich auf Medaillenjagd. In der Klasse U16 bis 42 kg traf er zuerst auf den amtierenden Europameister aus Belgien. In einem knappen und spannenden Kampf konnte keiner der beiden Kontrahenten mit einem Wurf oder Technik am Boden punkten. Justin verlegte sich darauf, mit Atemis den angreifenden Belgier immer wieder auszukontern oder ins Leere laufen zu lassen. So konnte er den Kampf am Ende mit 8:4 für sich entscheiden. Als nächstes ging es gegen einen Kameraden aus dem Bundeskader. Auch hier punktete Justin vor allem mit Atemis. Trittversuche seines Gegners konnte er immer wieder abfangen und in einen Wurf umwandeln. Nur am Boden bekam Justin keinen Zugriff auf den Kontrahenten aus Basdorf. Nach Ablauf der Kampfzeit durfte sich Justin über einen deutlichen 24:7 Sieg und den ersten Platz freuen.

„Bei einem so großen Turnier zwei Mal Gold und Silber zu holen, ist eine großartige Leistung für unsere Athlet*innen.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell begeistert von den erzielten Ergebnissen.

Kompletter Medaillensatz für Westerceller Ju-Jutsuka bei den Deutschen Schülermeisterschaften

Vom 07.-08.05.2022 fanden in Waghäusel (BW) die Deutschen Schülermeisterschaften der U14, U16 und U18 im Ju-Jutsu statt. Unter den 64 Vereinen und über 200 Teilnehmer*innen war der VfL Westercelle mit vier Athleten*innen vertreten. Als erstes ging Andreas Scholl in der Klasse U14 bis 42 kg an den Start. Für ihn war es nach zwei Jahren Pandemie bedingter Pause das erste Turnier. Seinen ersten Kampf gegen einen Kontrahenten aus Mühlbachtal konnte er lange ausgeglichen gestalten, erarbeitete sich sogar eine 2-Punkteführung. Leider konnte er diese nicht bis zum Schluss verteidigen. Sein Gegner konnte mit einem Wurf seinerseits in Führung gehen. Am Ende musste sich Andreas dem späteren Finalisten knapp mit 5:6 geschlagen geben. In der Trostrunde traf er auf einen Kämpfer aus Zeitz. Auch in diesen Kampf konnte sich keiner entscheidend absetzen. Mit einem Punkt Rückstand und 10 Sekunden vor dem Ende, gelang Andreas dann doch noch der entscheidende Wurf zum Sieg. Nach einem Schulterwurfansatz wechselte er in die kleine Innensichel und konnte so seinen Gegner zu Boden bringen und den Kampf mit 6:5 gewinnen. Als nächstes ging es gegen einen Ju-Jutsuka aus Bernau. Andreas konnte sich zu Beginn mit einer Schlagkombination schnell Punkte sichern. Im weiteren Verlauf des Kampfes war sein Gegner allerdings in der Lage, seine Reichweitenvorteile besser zu nutzen. Letztendlich musste sich Andreas mit 4:11 geschlagen geben und belegte damit einen guten 7. Platz bei seiner ersten DSM-Teilnahme.

Statt in der Klasse U14 musste Isha Njingo aus Mangel an Gegnerinnen in der U16 +63 kg starten. Hier traf sie im ersten Kampf gleich auf die Vizeeuropameisterin dieser Klasse aus Mühlbach. Isha begann druckvoll und punktete mit einer Schlagkombination. Da sie aber nicht sofort wieder Distanz aufbaute, nutzte das die Mühlbacherin für einen Konter und war auch sofort in der Lage Isha zu werfen und am Boden in eine Haltetechnik zu zwingen. Damit ging dieser Kampf leider vorzeitig verloren. Unbeeindruckt von der Niederlage, begann Isha den nächsten Kampf, gegen eine Athletin aus Amberg, mit schnellen Schlagkombinationen und sicherte sich die ersten Punkte. Isha setzte ihre Gegnerin mit erneuten Atemiangriffen (Schläge und Tritte) weiter unter Druck und war anschließend in der Lage sie mit O-Uchi-Gari (große Innensichel) für Ippon (große Wertung) zu werfen. Danach gelang es ihr die Ambergerin mit einer Haltetechnik 15 Sekunden zu halten und gewann vorzeitig mit Full Ippon. Nun ging es gegen eine Ju-Jutsuka aus Finkenwerder um den 2. Platz. Beide Kämpferinnen lieferten sich einen offenen Schlagabtausch im Laufe dessen sich die Hamburgerin einen Vorsprung erarbeiten konnten. Erst wenige Sekunden vor Schluss gelang es Isha endlich ihre Gegnerin mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) für Ippon zu werfen. Anschließend gelang es ihr sogar die Kontrahentin in eine Haltetechnik zu zwingen. Leider war Isha nicht in der Lage, ihre Gegnerin die volle Zeit zu halten, um so vorzeitig zu gewinnen. Damit ging dieser Kampf mit 11:17 zwar verloren. Isha durfte sich aber über den Gewinn der Bronzemedaille freuen.

In der Klasse U16 bis 42 kg ging Justin Gramlich auf Medaillenjagd. Der amtierende Weltmeister bis 38 kg hatte leider nur einen Gegner. Somit wurde im Modus „Best of 3“ gekämpft. In der ersten Runde gegen den Kämpfer aus Neugablonz konnte sich Justin schnell Ippons im Part 2 (Werfen) und Part 3 (Boden) sichern. Nur im Part 1 (Atemis) tat er sich etwas schwerer, fand nicht gleich die richtige Distanz. Nach Hälfte der Kampfzeit gelang es Justin dann endlich mit einem schnellen Gjaku-Zuki den letzten Ippon für den vorzeitigen Sieg zu holen. Die zweite Auseinandersetzung verlief ähnlich. Justin konnte seinen Gegner mit Uchi-Mata werfen und anschließend den Ippon am Boden mit einer Haltetechnik holen. Doch erneut sollte er es spannend machen, bis er endlich Sekunden vor Schluss die notwendigen Punkte mit einem Gjaku-Zuki im Part 1 holte und sich damit die Goldmedaille sicherte.

Am zweiten Tag der Wettkämpfe ging Kristin Raddatz in der Klasse U18 bis 70 kg an den Start. Gleich die erste Gegnerin war eine Kameradin aus dem Bundeskader. Konnte sich Kristin bei der Jugendeuropameisterschaft noch mit Full Ippon gegen die Athletin aus Hofheim durchsetzen, gestaltete sich diese Begegnung bis zum Schluss ausgeglichen. Beide punkteten mit Atemis, waren aber nicht in der Lage Ippons mit Würfen oder Aktionen am Boden zu holen. Nach Ablauf der Kampfzeit stand es 12:12. Leider hatte Kristin insgesamt einen Ippon weniger und verlor damit diesen Kampf. Von der Niederlage ließ sie sich aber nicht beirren. Mit dem Startkommando griff Kristin ihre nächste Kontrahentin sofort an. Brachte nach einer schnellen Schlagkombination die Gegnerin aus Schönebeck mit O-Soto-Gake (Großes Einhängen) zu Boden und zwang sie danach gleich in eine Haltetechnik. Nach 22 Sekunden war dieser Kampf gewonnen. Als letztes ging es gegen eine Ju-Jutsuka aus Eidelstedt. Mit schnellen Atemiangriffen konnte sich Kristin schnell einen Punktevorsprung erarbeiten. Der erste Versuch die Hamburgerin zu werfen missglückte zwar, allerdings erarbeitete sich Kristin am Boden sofort eine Vorteilsposition und konnte ihre Gegnerin mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zwingen. Zum vorzeitigen Sieg fehlte nun nur noch der Ippon in Part 2. Nach einer erneuten Schlagkombination, war Kristin in der Lage sich den richtigen Griff zu erarbeiten, holte sich mit O-Soto-Gake den Sieg durch Full Ippon und gewann damit die Silbermedaille. Mit jeweils einmal Gold, Silber und Bronze belegte der VfL den 10. Platz in der Vereinswertung und war damit auch bester Verein aus Niedersachsen.