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3 Titel für den VfL Westercelle bei den Norddeutschen Ju-Jutsu Meisterschaften

In Norderstedt, Schleswig-Holstein, fanden am 21.01.2023 die Norddeutschen Ju-Jutsu Meisterschaften statt. 195 Athletinnen und Athleten aus ganz Norddeutschland gingen in den Kategorien Fighting und Newaza auf Medaillenjagd. Der VfL Westercelle war mit fünf Ju-Jutsuka am Start.

Im Fighting begann Andreas Scholl in der U14 bis 46 kg den Tag für den VfL. Die erste Begegnung gegen einen Kämpfer vom ausrichtenden Verein Kodokan bestimmte Andreas von Beginn an. Er konnte beständig mit Atemis (Schlagen und Treten) und Hebel- oder Würgetechniken am Boden (Part III) Punkte sammeln. Nur ein sauberer Wurf wollte ihm nicht gelingen. Nachdem er erneut mit einer Würgetechnik punkten konnte, gab sein Gegner beim Stand von 19:4 auf. Der zweite Kampf gegen einen weiteren Ju-Jutsuka aus Schleswig-Holstein war dagegen bis zum Schluss ausgeglichen. Während Andreas Punkte vor allem durch Würfe und Bodentechniken erzielte, war sein Gegner in der Lage, diese durch erfolgreiche Atemis auszugleichen und Sekunden vor Schluss sogar mit zwei Punkten in Führung zu gehen. Buchstäblich in letzter Sekunde gelang es Andreas allerdings, mit einem Armstreckhebel die entscheidenden drei Punkte zu holen und den Kampf mit 11:10 für sich zu entscheiden. Der letzte Kampf in dieser Gruppe dauerte nur wenige Sekunden. Andreas stoppte den Angriff des Kontrahenten aus Peine mit einem Yoko-Geri (Tritt seitwärts), ging danach sofort in einen Wurf, Hiza Guruma (Knierad), über und zwang am Boden seinen Gegner in einen Dreieckswürger. Für alle drei Aktionen bekam Andreas einen Ippon (große Wertung), gewann damit den Kampf mit Full Ippon (Technischer K.O.) nach 16 Sekunden und Gold bei diesen Meisterschaften.

Theodor Godawa startete in der U14 bis 34 kg. Seine zwei Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus Hamburg und Schleswig-Holstein dominierte Theo von Beginn an. Konzentriert setzte er die taktischen Vorgaben seiner Trainer um, gewann beide Kämpfe mit Full Ippon und damit auch den Titel in seiner Klasse.

In der Klasse U16 +63 startete Isha Njingo gegen eine Kämpferin aus Peine in das Turnier. Die Reichenweitenvorteile der knapp einen Kopf größeren Gegnerin, konnte Isha mit schnellen Bewegungen immer wieder unterlaufen und mit Schlagkombinationen punkten. Ein sauberer Wurf gelang ihr leider nicht, dafür konnte sie ihre Kontrahentin in einem kräftezehrenden Ringen mehrmals in eine Haltetechnik zwingen und so weitere Punkte sammeln. Am Ende setzte sich Isha mit 9:4 Punkten durch. Der zweite Kampf, gegen eine weitere Peinerin, entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch. Im Laufe der Begegnung war Isha allerdings anzumerken, dass sie der Kampf zuvor viel Kraft gekostet hat. In der letzten Minute war ihre Kontrahentin aufmerksamer und konnte ihre Schlagtechniken schneller anbringen. So musste sie sich am Ende mit 10:7 geschlagen geben. Als letztes ging es gegen eine Bundeskaderathletin aus Hamburg Finkenwerder. Gegen die Europameisterin von 2022 begann Isha druckvoll und holte mit dem ersten Atemiangriff gleich den ersten Ippon. Im weiteren Verlauf konnte die Hamburgerin allerdings ihre Erfahrung ausspielen, ihrerseits den Druck erhöhen und so den Kampf vorzeitig für sich entscheiden. Damit musste sich Isha mit dem dritten Platz zufriedengeben.

In der Kategorie Newaza, in der Klasse Senioren bis 94 kg, startete Kostiantyn Murzin für den VfL. Hatte er bei der Landesmeisterschaft in Celle noch alle Kämpfe vorzeitig durch Submission (Aufgabe des Gegners) gewinnen können, musste er bei diesem Turnier sein ganzes taktisches Geschick mit einbringen und Ausdauer beweisen. Gleich der erste Gegner, vom TSV Westerhausen, forderte die ganze Erfahrung von Kostia. Der Kampf war lange ausgeglichen, keiner von beiden konnte sich einen Vorteil oder Punkte erarbeiten. Nur durch einen Sweep (erzwungene Änderung der gegnerischen Position) gelang es Kostia kurz vor Schluss zwei Punkte zu erzielen und so den Kampf für sich zu entscheiden. Der zweite Kampf gegen einen Kontrahenten aus Norderstedt verlief ähnlich. Bis zum Schluss gelang es keinem von beiden zu punkten. Nach 6 Minuten Kampfzeit hatte sich Kostia allerdings einen Vorteil erarbeitet, da er der Aktivere war und sein Gegner sich nur auf das Verteidigen verlegte. Damit holte er sich den zweiten Sieg. Die dritte Begegnung, gegen einen Ju-Jutsuka aus Riestedt, konnte Kostia dominanter gestalten. Durch Haltetechniken und Wechsel der Haltepositionen erarbeitete er sich einen 9:0 Punktestand und verteidigte diesen bis zum Schluss. Im vierten und letzten Kampf, gegen einen weiteren Riestedter, konnte Kostia seinen Gegner in wenigen Sekunden mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zwingen und holte damit den dritten Titel für den VfL.

Bei ihrem erst zweiten Turnier ging Sabine Kierig in der Klasse Senioren bis 70 kg an den Start. Leider zog sie sich gleich im ersten Kampf gegen die aktuelle Landesmeisterin vom TSV Bardowick eine leichte Rippenprellung zu und musste sich nach einem Armhebel geschlagen geben. Trotz der Verletzung biss sie die Zähne zusammen und konnte in einer Gruppe mit erfahrenen Kämpferinnen dennoch einige Akzente setzen. Am Ende musste sie jedoch der größeren Erfahrung der weiteren Gegnerinnen aus Riestedt und Westerhausen Tribut zollen und sich mit Platz vier zufriedengeben.

“Das Minimalziel Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft und Deutsche Schülermeisterschaft haben alle erreicht. Dass wir zusätzlich drei Goldmedaillen und eine Bronze geholt haben, ist um so schöner.”, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell zufrieden mit dem Verlauf des Turniers. Die aktuelle Weltmeisterin und Vizeweltmeister des VfL Kristin Raddatz und Justin Gramlich nahmen nicht am Turnier teil. Beide waren zu einer Veranstaltung des Landessportbundes eingeladen und sind bereits für die Deutsche Schülermeisterschaft gesetzt.

Elf Landesmeistertitel bleiben in Westercelle

Am 03.12.2022 richtete der VfL Westercelle die diesjährige Landeseinzelmeisterschaft im Ju-Jutsu aus. 178 Ju-Jutsuka aus 27 Vereinen kamen in die Nadelberghalle nach Celle und gingen in den Kategorien Fighting, Newaza und Duo auf Medaillenjagd. Für den VfL gingen 17 Kämpferinnen und Kämpfer an den Start.

Die ersten Kämpfe bestritten Ida Hinterthür in der U12 bis 28 kg und Botond Nemeth in der U10 bis 30 kg. Während Botond seinen ersten Kampf souverän mit Full Ippon (technischer K.O.) gewann, musste sich Ida nach einem engen Duell mit einem Punkt geschlagen geben. Davon unbeirrt ging Ida in ihren zweiten Kampf, setzte sich gegen die Kämpferin vom TuS Apelern durch und durfte sich damit über die Silbermedaille freuen. Botond erarbeitete sich in seinem Kampf um Gold einen großen Punktevorsprung. Beim Stand von 14:3 geriet allerdings ein Mawashi Geri (Halbkreisfußtritt) zu hoch in die Nähe des Kopfes seines Gegners. Da in der Altersklasse keine Techniken zum Kopf erlaubt sind, wurde Botond dafür leider disqualifiziert und musste sich am Ende mit Silber zufriedengeben. In der Klasse U12 bis 40 kg startete Isabella Skierecki. Mit einem Sieg nach Punkten und einem mit Full Ippon gewann sie ihre beiden Kämpfe und holte so die erste Goldmedaille des Tages für den VfL. Theodor Godawa kämpfte in der Klasse U14 bis 34 kg. Seine Kontrahenten aus Cuxhaven und Lüneburg bezwang er jeweils mit Full Ippon und durfte sich ebenfalls über Gold freuen. Andreas Scholl tat es ihm gleich. In der U14 bis 46 kg konnte auch er sich gegen Ju-Jutsuka aus Peine und Lüneburg souverän durchsetzen und gewann Gold. Mit einem vereinsinternen Duell begann die U12 bis 34 kg. Dabei konnte sich Kai Mackenstein gegen Alexander Skierecki durchsetzen. Danach ließen beide VfLer den anderen Gegnern ihrer Gruppe keine Chance, gewannen ihre Kämpfe jeweils vorzeitig und bescherten dem VfL einen Doppelsieg in dieser Klasse. Ebenso erging es Lennert Kirtoaka und Luis Kannenberg in der U12 bis 30 kg. Gleich im ersten Kampf kam es zum vereinsinternen Duell, welches Lennert für sich entschied. Die weiteren Kämpfe gegen Ju-Jutsuka aus Cuxhaven und Nienburg gewannen die Beiden ebenfalls mit Full Ippon oder nach Punkten und holten so den zweiten Doppelsieg des Tages für Westercelle.

Nur einen Gegner hatte Monisha Njingo in der Klasse U12 +50 kg. Nach einer überzeugenden Leistung und mit Siegen im Hin- und Rückkampf belegte auch sie den ersten Platz. In der Klasse U16 bis 46 kg startete der aktuelle Vizeweltmeister Justin Gramlich. Nach dem er die ersten zwei Kämpfe noch vorzeitig für sich entschieden hatte, ließ ihn der Kampfrichter im dritten Kampf, wegen einer Verletzung, die er sich im ersten Kampf zugezogen hatte, nicht weiterkämpfen und musste sich zum Schluss mit Silber zufriedengeben. Als letzte Starterin für den VfL, in der Kategorie Fighting, ging die amtierende Europa- und Weltmeisterin Kristin Raddatz an den Start. Ihre Kämpfe gegen Kontrahentinnen aus Rottorf und Stadtoldendorf gestaltete sie souverän, gewann jeweils mit Full Ippon und damit auch den Landesmeistertitel.

In der Kategorie Newaza, Senioren bis 94 kg, konnte Kostiantyn Murzin alle seine Kämpfe vorzeitig durch Submission (Aufgabe des Gegners) überlegen gewinnen. Ebenfalls bei den Senioren bis 85 kg wollte Julius Nemeth erste Wettkampferfahrungen sammeln. In einer starken Gruppe, in der er es auch mit dem amtierenden deutschen Meister vom TSV Westerhausen zu tun bekam, erkämpfter er sich den vierten Platz. Den zweiten Platz konnte Sabine Kierig erringen. Auch sie startete bei ihrem ersten Turnier und konnte bei den Senioren bis 70 kg überzeugen. In der Klasse U14 bis 66 kg konnte Bela Schudlik beide Kämpfe für sich entscheiden und holte sich zum ersten Mal den Landesmeistertitel. Nazar Murzin stand seinem Vater in nichts nach. In der U12 bis 34 kg gewann er alle Kämpfe souverän nach Punkten oder durch Submission. Nach einer ausreichenden Behandlungs- und Ruhepause griff Justin Gramlich noch einmal ins Kampfgeschehen ein. In der Klasse U16 -42 kg beendete er alle Kämpfe mit Submission und konnte sich am Ende doch noch über eine Goldmedaille freuen.

Mit 11 Goldmedaillen und 6 Mal Silber belegte der VfL Westercelle den ersten Platz in der Vereinswertung. Zusätzlich wurden Lennert Kirtoaka als bester Techniker im Fighting und Nazar Murzin im Newaza ausgezeichnet. „Wir haben großartige Kämpfe gesehen. Alle haben ihr Bestes gegeben und sich selber mit tollen Platzierungen belohnt.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell begeistert vom Ausgang des Turnieres.

Der VfL Westercelle bedankt sich bei allen Unterstützer*innen und Helfer*innen, die es möglich gemacht haben, dass diese Veranstaltung in jeder Hinsicht ein großer Erfolg war.

Weltmeisterin und Vizeweltmeister im Ju-Jutsu

Vom 29.10.-08.11.2022 fand die Ju-Jutsu Weltmeisterschaft in Abu Dhabi statt. Über 1.500 Athlet*innen aus 67 Nationen nahmen daran teil.  Mit dabei waren erneut die Bundeskaderkämpfer*innen Kristin Raddatz und Justin Gramlich vom VfL Westercelle.

In der Klasse U16 bis 42 kg startete Justin am zweiten Wettkampftag ins Turnier. Gegen seinen ersten Kontrahenten aus Rumänien begann er souverän, holte sich schnell Punkte im Part I (Schlagen und Treten) und baute sich hier ein kleines Punktepolster auf. Nach einem erneuten Angriff erarbeitete er sich seinen gewohnten Griff, um seinen Spezialwurf Uchi-Mata (Innenschenkelwurf) vorzubereiten und ihn letztendlich auch erfolgreich umzusetzen. Am Boden konnte Justin den Rumänen sofort in eine Haltetechnik zwingen und nach 15 Sekunden den Kampf vorzeitig beenden. Im Halbfinale ging es, wie schon bei den German Open, gegen den amtierenden Europameister aus Belgien. Vor vier Wochen konnte Justin das Duell noch knapp mit 8:4 für sich entscheiden. Entsprechend konzentriert begann er den Kampf. Schnell konnte er sich zwei Ippons (große Wertung) im Part I holen. Bei einem Wurfversuch des Belgiers konterte Justin und konnte so seinerseits für Ippon werfen. Am Boden war keiner der Beiden in der Lage sich eine vorteilhafte Position zu erkämpfen. Nach einem weiteren erfolgreichen Wurf mit O-Uchi-Gari (große Innensichel) brachte Justin den Kampf souverän über die Zeit und gewann deutlich mit 11:2. Im Finale wartete ein Ju-Jutsuka aus Kasachstan. Mit dem Startsignal griff Justin an, konnte seinen Gegner überraschen und erzielte den ersten Ippon in Part 1. Danach gestaltete sich der Kampf ausgeglichen. Während der Kasache seinerseits mit einer Schlagkombination ausgleichen konnte, war keiner der Beiden in der Lage sich entscheidende Vorteile im Wurf oder am Boden zu erarbeiten. Im weiteren Verlauf konnte sich der Kasache einen leichten Punktevorsprung erkämpfen, den er bis zum Ende verteidigte. So musste sich Justin zwar mit 6:9 geschlagen geben, konnte sich aber über den Gewinn der Silbermedaille freuen.

Am vierten Turniertag griff Kristin Raddatz in das Wettkampfgeschehen ein. In der Klasse U18 bis 70 kg war ihre erste Gegnerin die amtierende deutsche Meisterin dieser Klasse. Kristin dominierte den Kampf von Beginn an. Im Part I brachte sie ihre Schlag- und Trittkombinationen immer wieder ins Ziel und konnte sich ein deutliches Punktepolster erarbeiten. Auch im Wurfpart gelangen ihr Ippons mit Hüftwurfvarianten. Nur am Boden war Kristin nicht in der Lage zu punkten, was beim deutlichen Sieg mit 12:1 aber nicht ins Gewicht viel. Im zweiten Kampf traf sie auf eine griechische Ju-Jutsuka. Hier startete Kristin den Kampf, wie sie den letzten beendet hatte. Mit dem ersten Atemiangriff holte sie sich sofort den ersten Ippon in Part 1. Doch die Griechin ließ sich davon nicht beirren und ging ihrerseits zum Gegenangriff über und konnte gleich zwei Mal punkten und damit sogar in Führung gehen. Nach einem missglücktem Wurfversuch der Griechin, war Kristin am Boden in der Lage die Gegnerin mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zu zwingen. Damit fehlte nur noch ein Ippon in Part II (Werfen) für den vorzeitigen Sieg. Der sollte nicht lange auf sich warten lassen. Nach Wiederbeginn des Kampfes griff die Kontrahentin sofort an, doch Kristin ließ sie ins Leere laufen und wandelte den Angriff in einen Tani-O-Toshi (Talfallzug) um und holte sich damit den vorzeitigen Sieg mit Full Ippon.

Im nächsten und letzten Kampf ging es bereits um Gold gegen eine dänische Kontrahentin. Konnte Kristin diese bei den Europameisterschaften im April dieses Jahres noch mit Full Ippon bezwingen, sollte sich dieser Kampf als spannender und enger erweisen. Kristin setzte die ersten Akzente und punktete gleich zu Beginn mit Ippon in Part 1 und ging sofort in einen Wurf über. Der gelang zwar nicht vollends, brachte aber zumindest eine einfache Wertung. Am Boden versuchte Kristin den Druck aufrecht zu erhalten, konnte aber keine entscheidende Aktion mehr erzwingen. Im Stand ging es weiter. Jetzt konnte die Dänin ihren ersten Treffer setzen, den Kristin aber so gleich konterte und ebenfalls punktete. Erneut versuchte sie sofort einen Wurfansatz, der zwar nicht gelang, aber nun war sie in der Lage ihre Gegnerin am Boden in eine Haltetechnik zu zwingen und nach 15 Sekunden Haltezeit einen Ippon zu erzielen. Im weiteren Verlauf gelang es Kristin mit Atemis ihre Führung auf 8:3 auszubauen. Knapp eine Minute Kampfzeit war noch übrig. Die Dänin hatte sich noch nicht aufgegeben und konnte den Punktestand auf 8:7 verkürzen, bevor Kristin ihrerseits eine einfache Wertung für einen Wurf erzielte. Sieben Sekunden vor dem Ende, beim Stand von 9:7, verlegte sich Kristin auf Konter, ließ die Dänin angreifen und entschied das Finale zum Schluss mit 11:9 für sich. Mit dem Gewinn des WM-Titels übertraf Kristin damit ihren bisherigen größten sportlich Erfolg, den Gewinn der Europameisterschaft 2022.

„Das intensive Training in den letzten Wochen hat sich ausgezahlt. Sei es das Trainingslager mit dem Bundeskader, das individuelle Training im Verein oder das Judotraining beim SV Nienhagen.“, sind die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell überzeugt. „Kristin und Justin konnten ihre Leistung der letzten WM bestätigen und haben wie 2021 erneut Gold und Silber erkämpft. Darauf können beide stolz sein.“

Die Kleinsten ganz groß – Kompletter Medaillensatz für Ju-Jutsu Nachwuchs

Am 08.10.2022 nahmen 128 Ju-Jutsuka aus 4 Bundesländern am Eulencup in Peine teil. Bei dem zum dritten Mal stattfindenden Nachwuchsturnier, gingen für den VfL Westercelle 11 Kämpfer*innen der Altersklassen U8-U14 an den Start. Für die Meisten war es erst das zweite oder dritte Turnier. „In erster Linie geht es darum, weitere Erfahrungen zu sammeln und Trainingsleistung in den Kämpfen auf die Matte zu bringen“., war für die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell das vorrangige Ziel für diesen Wettkampf.

Nach spannenden und leidenschaftlichen Kämpfen sicherten sich in der Kategorie Fighting, in ihren jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen, Botond Nemeth, Ida Hinterthür, Lennert Kirtoaka und Theo Godawa die Goldmedaille. Einen zweiten Platz erkämpften sich die Isabella und Alexander Skierecki. Über eine Bronzemedaille konnten sich Kai Mackenstein und Luis Kannenberg. Einen guten 4. Platz belegte Monisha Njingo. Zusätzlich wurden Botond und Lennert zum besten Techniker ihrer Altersklassen ausgezeichnet.

Andreas Scholl und Bela Schudlik (beide U14) traten in der Spezialkategorie Newaza an. In dieser Wettkampfform, die nur den Bodenkampf beinhaltet, konnte sich Andreas die Goldmedaille und Bela die Silbermedaille sichern. Mit 5 Mal Gold, 3 Silbermedaillen und 2 dritten Plätzen belegte der VfL in der Teamwertung damit den 2. Platz. „Alle Kämpfer*innen können stolz auf ihre Leistung sein. Wir haben tolle Kämpfe gesehen. Alle konnten mit einem couragierten Auftreten überzeugen und für die Landesmeisterschaft am 03.12.2022 in Celle wichtige Erfahrungen sammeln.“, waren die Trainer zufrieden mit dem Turnierverlauf.

Gold und Silber für Westerceller Ju-Jutsuka bei den German Open

Beim größten internationalen Ju-Jutsu Turnier in Deutschland nahmen 448 Athlet*innen aus 23 Nationen teil. Vom 01.-03.10. waren auch 4 Kämpferinnen und Kämpfer aus Westercelle nach Gelsenkirchen gereist.

Am zweiten Turniertag startete Kristin Raddatz. In der Klasse U18 bis 70 kg traf sie im ersten Kampf auf eine Kameradin aus dem Bundekader. Nach einem etwas zögerlichen Start konnte sich Kristin erste Punkte mit Atemis (Schläge und Tritte) sichern. Nach einem weiteren Schlagabtausch gelang es Kristin ihre Gegnerin mehrmals für Ippon (große Wertung) zu werfen und zuletzt am Boden durch einen Hüftwürger zur Aufgabe zu zwingen. Im nächsten Kampf ging es bereits um Gold. Gegen die amtierende Deutsche Meisterin aus Hofheim tat sich Kristin von Beginn an schwer. Die passiv kämpfende Gegnerin konnte die Wurfansätze immer wieder kontern und ihrerseits Kristin zu Boden bringen. Auch im Bodenkampf gelang es ihr nicht, sich aus den Haltetechniken zu befreien, so dass sie sich am Ende vorzeitig mit Full Ippon geschlagen geben musste und damit den zweiten Platz belegte.

Am letzten Turniertag eröffnete Isha Njingo die Kämpfe für die Westerceller Ju-Jutsuka in der Klasse U14 +57 kg. Der Kampf gegen eine Schwedin war bis zum Schluss knapp. Keine der Beiden konnte große Wertungen erzielen und sich entscheidend absetzen. Am Ende behielt die Schwedin mit 5:2 die Oberhand, weil sie insgesamt taktisch cleverer agierte. Gegen die nächste Kontrahentin begann Isha aggressiver und konnte sie nach schnellen Atemis sofort mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) zu Boden bringen. Am Boden konnte Isha der Gelsenkirchenerin keine Punkte abringen, so dass sie sich im weiteren Verlauf des Kampfes darauf verlegte, weiter Punkte mit Atemis zu sammeln. Am Ende gewann Isha mit 16:8 und konnte sich so die Silbermedaille sichern.

In der Klasse U14 bis 45 kg startete Andreas Scholl. In seinen ersten drei Kämpfen holte sich Andreas souverän den vorzeitigen Sieg durch Full Ippon. Mit einer konzentrierten Leistung konnte er mit Atemis im entscheidenden Moment immer die richtigen Treffer setzen. Auch im Wurfpart gelang es ihm immer wieder seine Kontrahenten mit Ko-Soto-Gari (kleine Außensichel) zu Boden zu bringen und anschließend mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zu zwingen oder mit einer Haltetechnik den notwendigen Ippon zu holen. Im vierten und letzten Kampf traf er auf einen Ju-Jutsuka aus Bernau. Dieser hatte leichte Reichweitenvorteile und wusste diese auch geschickt einsetzen. Dennoch konnte Andreas den Kampf lange offen gestalten. Nach einem missglücktem Wurfansatz wurde er allerdings selber geworfen und war danach nicht mehr in der Lage, sich aus der anschließenden Haltetechnik seines Gegners zu befreien und musste sich vorzeitig geschlagen geben. Da der Bernauer zuvor aber auch einen Kampf verloren hatte und Andreas in Summe aller Kämpfe mehr Punkte erzielte, durfte sich Andreas zum Schluss dennoch die Goldmedaille umhängen lassen.

Als letztes ging Justin Gramlich auf Medaillenjagd. In der Klasse U16 bis 42 kg traf er zuerst auf den amtierenden Europameister aus Belgien. In einem knappen und spannenden Kampf konnte keiner der beiden Kontrahenten mit einem Wurf oder Technik am Boden punkten. Justin verlegte sich darauf, mit Atemis den angreifenden Belgier immer wieder auszukontern oder ins Leere laufen zu lassen. So konnte er den Kampf am Ende mit 8:4 für sich entscheiden. Als nächstes ging es gegen einen Kameraden aus dem Bundeskader. Auch hier punktete Justin vor allem mit Atemis. Trittversuche seines Gegners konnte er immer wieder abfangen und in einen Wurf umwandeln. Nur am Boden bekam Justin keinen Zugriff auf den Kontrahenten aus Basdorf. Nach Ablauf der Kampfzeit durfte sich Justin über einen deutlichen 24:7 Sieg und den ersten Platz freuen.

„Bei einem so großen Turnier zwei Mal Gold und Silber zu holen, ist eine großartige Leistung für unsere Athlet*innen.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell begeistert von den erzielten Ergebnissen.

Kompletter Medaillensatz für Westerceller Ju-Jutsuka bei den Deutschen Schülermeisterschaften

Vom 07.-08.05.2022 fanden in Waghäusel (BW) die Deutschen Schülermeisterschaften der U14, U16 und U18 im Ju-Jutsu statt. Unter den 64 Vereinen und über 200 Teilnehmer*innen war der VfL Westercelle mit vier Athleten*innen vertreten. Als erstes ging Andreas Scholl in der Klasse U14 bis 42 kg an den Start. Für ihn war es nach zwei Jahren Pandemie bedingter Pause das erste Turnier. Seinen ersten Kampf gegen einen Kontrahenten aus Mühlbachtal konnte er lange ausgeglichen gestalten, erarbeitete sich sogar eine 2-Punkteführung. Leider konnte er diese nicht bis zum Schluss verteidigen. Sein Gegner konnte mit einem Wurf seinerseits in Führung gehen. Am Ende musste sich Andreas dem späteren Finalisten knapp mit 5:6 geschlagen geben. In der Trostrunde traf er auf einen Kämpfer aus Zeitz. Auch in diesen Kampf konnte sich keiner entscheidend absetzen. Mit einem Punkt Rückstand und 10 Sekunden vor dem Ende, gelang Andreas dann doch noch der entscheidende Wurf zum Sieg. Nach einem Schulterwurfansatz wechselte er in die kleine Innensichel und konnte so seinen Gegner zu Boden bringen und den Kampf mit 6:5 gewinnen. Als nächstes ging es gegen einen Ju-Jutsuka aus Bernau. Andreas konnte sich zu Beginn mit einer Schlagkombination schnell Punkte sichern. Im weiteren Verlauf des Kampfes war sein Gegner allerdings in der Lage, seine Reichweitenvorteile besser zu nutzen. Letztendlich musste sich Andreas mit 4:11 geschlagen geben und belegte damit einen guten 7. Platz bei seiner ersten DSM-Teilnahme.

Statt in der Klasse U14 musste Isha Njingo aus Mangel an Gegnerinnen in der U16 +63 kg starten. Hier traf sie im ersten Kampf gleich auf die Vizeeuropameisterin dieser Klasse aus Mühlbach. Isha begann druckvoll und punktete mit einer Schlagkombination. Da sie aber nicht sofort wieder Distanz aufbaute, nutzte das die Mühlbacherin für einen Konter und war auch sofort in der Lage Isha zu werfen und am Boden in eine Haltetechnik zu zwingen. Damit ging dieser Kampf leider vorzeitig verloren. Unbeeindruckt von der Niederlage, begann Isha den nächsten Kampf, gegen eine Athletin aus Amberg, mit schnellen Schlagkombinationen und sicherte sich die ersten Punkte. Isha setzte ihre Gegnerin mit erneuten Atemiangriffen (Schläge und Tritte) weiter unter Druck und war anschließend in der Lage sie mit O-Uchi-Gari (große Innensichel) für Ippon (große Wertung) zu werfen. Danach gelang es ihr die Ambergerin mit einer Haltetechnik 15 Sekunden zu halten und gewann vorzeitig mit Full Ippon. Nun ging es gegen eine Ju-Jutsuka aus Finkenwerder um den 2. Platz. Beide Kämpferinnen lieferten sich einen offenen Schlagabtausch im Laufe dessen sich die Hamburgerin einen Vorsprung erarbeiten konnten. Erst wenige Sekunden vor Schluss gelang es Isha endlich ihre Gegnerin mit Tani-O-Toshi (Talfallzug) für Ippon zu werfen. Anschließend gelang es ihr sogar die Kontrahentin in eine Haltetechnik zu zwingen. Leider war Isha nicht in der Lage, ihre Gegnerin die volle Zeit zu halten, um so vorzeitig zu gewinnen. Damit ging dieser Kampf mit 11:17 zwar verloren. Isha durfte sich aber über den Gewinn der Bronzemedaille freuen.

In der Klasse U16 bis 42 kg ging Justin Gramlich auf Medaillenjagd. Der amtierende Weltmeister bis 38 kg hatte leider nur einen Gegner. Somit wurde im Modus „Best of 3“ gekämpft. In der ersten Runde gegen den Kämpfer aus Neugablonz konnte sich Justin schnell Ippons im Part 2 (Werfen) und Part 3 (Boden) sichern. Nur im Part 1 (Atemis) tat er sich etwas schwerer, fand nicht gleich die richtige Distanz. Nach Hälfte der Kampfzeit gelang es Justin dann endlich mit einem schnellen Gjaku-Zuki den letzten Ippon für den vorzeitigen Sieg zu holen. Die zweite Auseinandersetzung verlief ähnlich. Justin konnte seinen Gegner mit Uchi-Mata werfen und anschließend den Ippon am Boden mit einer Haltetechnik holen. Doch erneut sollte er es spannend machen, bis er endlich Sekunden vor Schluss die notwendigen Punkte mit einem Gjaku-Zuki im Part 1 holte und sich damit die Goldmedaille sicherte.

Am zweiten Tag der Wettkämpfe ging Kristin Raddatz in der Klasse U18 bis 70 kg an den Start. Gleich die erste Gegnerin war eine Kameradin aus dem Bundeskader. Konnte sich Kristin bei der Jugendeuropameisterschaft noch mit Full Ippon gegen die Athletin aus Hofheim durchsetzen, gestaltete sich diese Begegnung bis zum Schluss ausgeglichen. Beide punkteten mit Atemis, waren aber nicht in der Lage Ippons mit Würfen oder Aktionen am Boden zu holen. Nach Ablauf der Kampfzeit stand es 12:12. Leider hatte Kristin insgesamt einen Ippon weniger und verlor damit diesen Kampf. Von der Niederlage ließ sie sich aber nicht beirren. Mit dem Startkommando griff Kristin ihre nächste Kontrahentin sofort an. Brachte nach einer schnellen Schlagkombination die Gegnerin aus Schönebeck mit O-Soto-Gake (Großes Einhängen) zu Boden und zwang sie danach gleich in eine Haltetechnik. Nach 22 Sekunden war dieser Kampf gewonnen. Als letztes ging es gegen eine Ju-Jutsuka aus Eidelstedt. Mit schnellen Atemiangriffen konnte sich Kristin schnell einen Punktevorsprung erarbeiten. Der erste Versuch die Hamburgerin zu werfen missglückte zwar, allerdings erarbeitete sich Kristin am Boden sofort eine Vorteilsposition und konnte ihre Gegnerin mit einem Armstreckhebel zur Aufgabe zwingen. Zum vorzeitigen Sieg fehlte nun nur noch der Ippon in Part 2. Nach einer erneuten Schlagkombination, war Kristin in der Lage sich den richtigen Griff zu erarbeiten, holte sich mit O-Soto-Gake den Sieg durch Full Ippon und gewann damit die Silbermedaille. Mit jeweils einmal Gold, Silber und Bronze belegte der VfL den 10. Platz in der Vereinswertung und war damit auch bester Verein aus Niedersachsen.

Weltmeister und Vizeweltmeisterin im Ju-Jutsu kommen aus Westercelle

Vom 03.11.-11.11.2021 fand die Ju-Jutsu Weltmeisterschaften in Abu Dhabi statt. Unter den rund 1.300 Athlet*innen aus 60 Nationen waren auch Kristin Raddatz und Justin Gramlich vom VfL Westercelle vertreten.

Zwei Wochen zuvor holten die Beiden bei der Deutschen Schülermeisterschaft noch Medaillen für den VfL. Seitdem galt die volle Konzentration der Vorbereitung auf das große Turnier in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Statt einer Erholung in den Herbstferien wurde in den letzten 14 Tagen das Kraft- und Konditionstraining noch einmal intensiviert. In Zusammenarbeit mit dem Judoverein SV Nienhagen wurde außerdem an neuen Würfen und einer verbesserten Wurftechnik gefeilt. „Die Teilnahme bei einer WM, ist ein großes Ziel für Sportler*innen. Wenn am Ende noch eine gute Platzierung oder sogar Medaille erreicht wird, wäre das ein großer Erfolg für Kristin und Justin und natürlich auch für den Verein.“, schauten die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell zuversichtlich auf das Turnier.

Beide U16 Bundeskadermitglieder durften sogleich am ersten Turniertag antreten. Kristin begann ihren ersten Kampf in der Klasse +63 kg, gegen eine griechische Ju-Jutsuka, mit einer schnellen Schlagkombination und konnte sich in den ersten Sekunden einen Punktevorsprung erarbeiten. Im weiteren Verlauf konnte sie ihre Gegnerin weiter unter Druck setzen. Nach einem Wurfversuch der Griechin mit O-Goshi (Hüftwurf), konterte Kristin mit Ura-Nage und konnte sich so den wichtigen Ippon im Part 2 (Werfen) sichern. Am Boden setzte sie sofort nach und zwang die Kontrahentin mit Koshi-Jime (Hüftwürger) zur Aufgabe. Damit konnte Kristin den ersten Kampf nach 54 Sekunden mit Full Ippon vorzeitig für sich entscheiden. Im nächsten Kampf, gegen eine Kasachin, ging es bereits um den Einzug ins Halbfinale. Auch hier holte sich Kristin zu Beginn mit schnellen Angriffen zwei Ippons in Part 1 (Schlagen und Treten). Danach versuchte sie sofort in den Wurfpart überzugehen und konnte die Gegnerin mit einer O-Goshi-Variante zu Boden bringen. Jetzt fehlte nur noch der Ippon in Part 3 (Boden), um auch diesen Kampf vorzeitig zu beenden. Den ersten Halteversuch konnte die Kasachin noch verhindern. Nach dem es vorerst im Stand weiterging und Kristin ein weiterer Wurf gelang, war sie auch in der Lage die Kontrahentin in eine Haltetechnik zu zwingen und auch diesen Kampf zu gewinnen. Im Halbfinale traf sie erneut auf eine Ju-Jutsuka aus Griechenland. Die kleinere Kontrahentin blieb am Anfang passiv und verlegte sich auf das Kontern, was ihr gut gelang und der Kampf so in den ersten 30 Sekunden nach Punkten ausgeglichen war. Nach einem erneuten Atemiangriff gelang es Kristin, die Griechin mit Tani-O-Toshi zu Boden zu bringen, bekam dafür aber nur Waza-Ari (halbe Wertung), weil die Gegnerin auf der Seite landete. Am Boden setzte die Westercellerin sofort nach und holte sich mit einem Hüftwürger den notwendigen Ippon. Jetzt fehlte nur noch ein Ippon in Part 2 zum Einzug ins Finale. Dementsprechend suchte sie nach erneutem Angriff sofort den Übergang zu einem Wurf, der auch gelang. Leider verletzte sich die Griechin dabei und war nicht mehr in der Lage weiterzukämpfen. Damit gewann Kristin den Kampf mit 11:7 und zog ins Finale ein. Hier erwartete sie die zweite Athletin des Bundeskaders in dieser Klasse, die ebenfalls sehr souverän in das Finale marschiert war. Kristin versuchte gleich zu Beginn Druck auszuüben und holte sich mit einer schnellen Kombination den ersten Ippon. Die Gegnerin aus Herford ging aber gleich zum Gegenangriff über und konnte ihrerseits punkten. Nach einem weiteren Schlagabtausch versuchte die Herforderin Kristin zu werfen, was zwar misslang, jedoch konnte sie die Westercellerin in eine Haltetechnik zwingen. Im weiteren Verlauf konnte die physisch etwas stärkere Gegnerin diesen Vorteil besser ausspielen und sich einen Punktevorsprung erarbeiten. Kristin steckte aber nicht zurück und griff bis zum Schluss immer wieder an. Am Ende musste sie sich jedoch mit 20:7 geschlagen geben, durfte aber bei ihrer ersten WM mit dem Gewinn der Silbermedaille sehr zufrieden sein.

Im Leichtgewicht bis 38 kg hatte es Justin mit zwei Kontrahenten zu tun. In seinem ersten Kampf gegen einen Kasachen, griffen beide immer wieder an, konnten Punkte in Part 1 sammeln und gestalteten den Kampf recht ausgeglichen. Im weiteren Verlauf wurde der kasachische Kämpfer allerdings immer unsauberer in seinen Schlagtechniken und wurde prompt für eine zu harte Technik bestraft. Nach Fortsetzung der Begegnung griff er erneut mit einer zu harten Technik zum Kopf an, die in dieser Altersklasse nicht erlaubt ist, bekam sofort die zweite Strafe und wurde daraufhin disqualifiziert. Im zweiten Kampf gegen einen Russen konnte Justin nach anfänglicher Zurückhaltung in Führung gehen. Leider konnte er diese nicht verteidigen. Der russische Ju-Jutsuka schaffte es immer wieder, Justins Angriffe abzufangen und ihn in eine Haltetechnik zu zwingen. Am Ende verlor der Westerceller mit 13:6. Trotz dieser Niederlage war die Chance auf den Titel immer noch vorhanden. Der Russe verlor nämlich den entscheidenden Kampf gegen den Kasachen ebenfalls durch Disqualifikation, weil er zu übermotiviert agierte und zu harte Tritttechniken anwendete. Jetzt hatte in dieser Gruppe jeder einen Sieg und eine Niederlage auf dem Konto. Da Justin in der Summe aber mehr Punkte gesammelte hatte, konnte er sich zum Schluss über den Weltmeistertitel freuen. „Wir hatten auf eine Medaille gehofft. Das sich Justin und Kristin einen Weltmeistertitel und Vizetitel erkämpft haben, ist einfach fantastisch.“, freuten sich die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell über das tolle Ergebnis.

Silber und Bronze für Westerceller Ju-Jutsuka bei den Deutschen Schülermeisterschaften

Vom 16.-17.10.2021 fanden in Maintal die Deutschen Schülermeisterschaften der U14, U16 und U18 im Ju-Jutsu statt. Unter Einhaltung eines strengen Hygienekonzepts nahmen 158 Kämpfer*innen teil. Der VfL Westercelle war mit drei Athleten*innen vertreten. Als erstes startete Isha Njingo in der Klasse U14 +57 kg. Der Kampf gegen eine Ju-Jutsuka aus Finkenwerder war bis zum Schluss spannend und ausgeglichen. Beide konnten besonders mit Atemis (Schläge und Tritte) punkten. Am Ende konnte sich die Gegnerin knapp mit 11:10 durchsetzen. Von der Niederlage ließ sich Isha aber nicht beirren. Die nächsten beiden Kämpfe gestaltete sie souverän. Zunächst konnte sie gegen eine Kontrahentin aus Menden mit 8:3 überzeugen und sicherte sich danach die Silbermedaille mit Full Ippon (techn. K.O.) gegen eine Kämpferin aus Erbach.

In der Klasse U16 +63 kg ging Kristin Raddatz an den Start. Die ersten beiden Kämpfe gegen Athletinnen aus Schönebeck und Gelsenkirchen entschied Kristin souverän mit Full Ippon für sich. Im dritten Kampf traf sie dann auf eine Kameradin aus dem Bundekader. Beide kannten sich gut durch das gemeinsame Training und so war der Kampf bis zum Schluss ausgeglichen. Beide schenkten sich nichts und die Führung wechselte ständig. Am Ende musste der Videobeweis herangezogen werden um eine Siegerin zu ermitteln. Leider viel die Entscheidung zu Gunsten der Herforderin aus und Kristin hatte mit 11:12 das Nachsehen. Im Verlauf des letzten Kampfes, gegen eine Ju-Jutsuka aus Mühlbach, konnte Kristin nicht an ihre vorhergehende Leistung anknüpfen. Bis zum Schluss tat sie sich schwer, verlor mit 7:8 und musste sich mit dem dritten Platz zufriedengeben.

Aus Mangel an Gegnern musste Justin Gramlich zwei Gewichtsklassen höher starten. In der Klasse U16 -46 kg konnte er gegen einen Kämpfer aus Albstadt dennoch lange gut mithalten und vor allem mit Atemis punkten. Sekunden vor dem Ende nutzte der Albstädter dann doch seinen Kraftvorteil und setzte sich mit Full Ippon durch. Den nächsten Kampf konnte Justin durch seine Schnelligkeit und Beweglichkeit lange ausgeglichen gestalten. Nur Sekunden vor Schluss gelang seinem Gegner aus Hofheim eine Haltetechnik, aus die sich Justin nicht mehr befreien konnte und musste sich mit 2:4 geschlagen geben, durfte sich aber als Trost über die Bronzemedaille freuen.

„Nach 20 Monaten Wettkampfpause haben unsere Kämpfer*innen mit einer Silbermedaille und zwei Bronzemedaillen ordentliche Leistungen gezeigt. Besonders für Kristin und Justin war die DSM eine gute Vorbereitung für die im November anstehende Weltmeisterschaft in Abu Dhabi.“, zogen die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell ein positives Fazit.

Ju-Jutsu Wettkampfteam trainiert wieder

Drei Monate kein Training in der Halle, kein Training mit einem Partner und natürlich keine Turniere. Seit dem 11.06. hat diese Durststrecke nun endlich ein Ende gefunden, zumindest was das Training in der Halle betrifft. Zwar wurden die Wettkämpfer/innen regelmäßig mit Trainingsvideos versorgt, nur sind diese auf Dauer kein adäquater Ersatz. Hinzu kommt ein Höchstmaß an Disziplin und Eigenkontrolle, was für Kinder und Jugendliche nicht immer einfach ist. Soviel Selbstdisziplin über einen längeren Zeitraum ist selbst für Profisportler eine Herausforderung.

In der Hoffnung auf eine verspätete Deutsche Meisterschaft am Ende des Jahres, kehrten vorerst die Kämpfer/innen auf die Matte zurück, welche sich regulär für eine DM qualifizieren können. Natürlich ist ein kontaktloses Training in einer Kontaktsportart eine besondere Herausforderung. Hier müssen die Trainer nun besonders kreativ sein, um ein funktionales und abwechslungsreiches Training zu gestalten. Doch glücklicher Weise setzt sich Ju-Jutsu aus unterschiedlichen Kampfsportarten zusammen. So lassen sich auch ohne Partner Schlag- und Trittkombinationen erlernen, die Reaktion verbessern, Wurfbewegungen einstudieren und sogar Bodentechniken üben. Darüber hinaus sind Fitnessübungen ein fester Bestandteil des Trainings.

So kann die Zeit bis zu den Sommerferien vorerst sinnvoll überbrückt werden. Wie es danach weiter geht, wird von der Entwicklung der aktuellen Situation abhängig sein.

Fünf REM-Titel für Westerceller Ju-Jutsuka

Am 23.02.2020 kämpften fast 100 Ju-Jutsuka aus 11 Vereinen bei der Regionalmeisterschaft in Lüneburg. Der VfL Westercelle war mit 13 Kämpferinnen und Kämpfern vertreten. Nach spannenden und leidenschaftlichen Kämpfen sicherten sich in ihren jeweiligen Alters- und Gewichtsklassen Isabella Skierecki, Isha Njingo, Andreas Scholl, Justin Gramlich und Kristin Raddatz die Goldmedaille. Einen zweiten Platz erkämpften sich Marleen Krüger, Shayla-Alisha Kizilhan, Hussein Issa, Bela Schudlik und Dennis Akimov. Über eine Bronzemedaille konnten sich Hassan Issa, Marc Marx und Ivan Nikolayenko freuen. Mit fünf Mal Gold, fünf Silbermedaillen und drei dritten Plätzen belegte der VfL in der Vereinswertung den 2. Platz. „Alle Kämpfer/innen können stolz auf ihre Leistung sein. Wir haben tolle Kämpfe gesehen und vor allem unsere Jüngsten konnten mit einem couragierten Auftreten überzeugen.“, waren die Trainer Alexey Volf und Karsten Sell zufrieden mit den Ergebnissen.